Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft


Aufgrund der für uns alle neuen Situation der steigenden Anzahl von Infektionen mit Coronaviren der Gruppe SARS-CoV-2 und den daraus resultierenden Erkrankungen (Corona Virus Disease 2019: COVID-19) möchten wir Ihnen ein paar Informationen zu COVID-19 und Schwangerschaft zur Verfügung stellen. Diese stellen den derzeitigen Stand des Wissens dar (6. März 2020) und können sich selbstverständlich bei neuen Erkenntnissen verändern. Wir werden uns bemühen, die Informationen jeweils dem aktuellen Stand des Wissens anzupassen. Die zugrunde liegenden Informationen stammen vom Center of Disease Control (CDC, USA) und decken sich mit den Informationen der DGGG. Das neue Coronavirus, um das es nun geht, heißt SARS-CoV-2. Dieses darf man nicht verwechseln mit dem Virus SARS-CoV, das Anfang der 2000er-Jahre zu schweren Erkrankungen führte.

Nicht jede Infektion muss zu einer Erkrankung führen. Wenn eine Erkrankung ausbricht heißt diese COVID-19.


1: Sind schwangere Frauen mit einer SARS-CoV-2 Infektion anfälliger COVID-19 oder besteht ein erhöhtes Risiko schwer zu erkranken oder eine erhöhte Mortalität?

Es gibt derzeit keine veröffentlichten Daten über die Anfälligkeit schwangerer Frauen für COVID-19. Es gibt auch derzeit keinen Hinweis auf eine höhere Anfälligkeit für eine Infektion oder schwere Erkrankung oder Pneumonie aufgrund COVID-19 für Schwangere. Eine SARS-CoV-2 Infektion alleine ist keine Indikation zu einer vorzeitigen Entbindung.
Da es in der Schwangerschaft zu physiologischen Veränderungen des Immunsystems und anderer Systeme kommt, könnte das Schwangere allerdings theoretisch anfälliger für respiratorische Infekte wie COVID-19 machen. Dieses ist aber bisher nicht bewiesen. Ebenso könnte ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe bis hin zur Sterblichkeit für Schwangere gegenüber der gleichaltrigen Normalbevölkerung bestehen, wie dies bei der Influenza oder anderen SARS-Infektionen der Fall ist. Dies ist aber ebenfalls bisher nicht bewiesen sondern nur eine theoretische Möglichkeit.

Schwangere sollten daher besonders auf die Hygienemaßnahmen zur Vermeidung einer Übertragung achten, wie häufiges Händewaschen, Meiden von größeren Menschenmengen und kranker Personen.

2.: Gibt es bei Schwangeren mit COVID-19 ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen?

Bisher gibt es keine Erkenntnisse dazu für Schwangere mit COVID-19. Bei anderen Coronavirusinfektionen (MERS-CoV, SARS-CoV) wurden Komplikationen wie Fehlgeburten und schwere Komplikationen in der Spätschwangerschaft (bis hin zu Totgeburten) beobachtet. Hohes Fieber im ersten Schwangerschaftsdrittel kann generell zu bestimmten Fehlbildungen führen und sollte daher unbedingt gesenkt werden.

3.: Können Schwangere das SARS-CoV—2 Virus bzw. COVID-19 auf das Kind übertragen?

Aufgrund der derzeitigen Datenlage ist davon auszugehen, dass SARS-CoV-2 hauptsächlich über eine Tröpfcheninfektion aus den Atemwegen übertragen wird. Bisher gibt es keine Daten dazu und auch keine beobachten Fälle, in denen das Coronavirus während der Schwangerschaft, der Geburt oder direkt danach auf das Kind übertragen wurde. Auch im Fruchtwasser oder im Nabelschnurblut von Kindern von Müttern mit COVID-19 konnte das Virus nicht gefunden werden. Allerdings gibt es bisher auch nur sehr wenige dazu publizierte Fälle. Von den anderen Coronavirusinfektionen (MERS-CoV und SARS-CoV) ist keine Übertragung auf ungeborene Kinder bekannt.

4.: Haben Kinder, die von Frauen mit COVID-19 während der Schwangerschaft geboren wurden, ein erhöhte Risiko nach der Geburt?

Es gibt bisher nur eine sehr limitierte Zahl an Fallberichten von Kindern die von Müttern mit COVID-19 geboren wurden. Es wurde vor allem über Frühgeburten berichtet, wobei der Zusammenhang zu COVID-19 bisher nicht bestätigt ist. Zum heutigen Zeitpunkt ist das Risiko unklar. Da es keine verlässlichen Daten zu COVID-19 gibt, kann man nur auf Erfahrungen mit anderen Viruserkrankungen der Atemwege wie Influenza zurückgreifen. Hierunter wurden Komplikationen wie Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht beobachtet. Auch bei SARS-CoV und MERS-CoV, den anderen bekannten Coronaviruserkrankungen, wurden Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht beobachtet. Wie bereits beschrieben kann darüber hinaus hohes Fieber in der Frühschwangerschaft zu bestimmten Fehlbildungen führen.

5.: Gibt es Hinweis auf mögliche Langzeiteffekte einer COVID-19 Erkrankung während der Schwangerschaft auf die Kinder?

Bisher gibt es dazu keine Erfahrungen und Daten. Im Allgemeinen können aber Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht zu Langzeit-Komplikationen führen.

6.: Führt das Stillen bei einer Erkrankung mit COVID-19 zu einem erhöhten Risiko für das gestillte Kind?

Der Hauptübertragungsweg des Coronavirus ist die Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen. damit ist bei engem Körperkontakt ohne Mundschutz eine Übertragung wahrscheinlicher.
Bisher wurde kein Virus in der Muttermilch nachgewiesen. Es liegt keine Information zur Übertragung des Coronavirus, das COVID-19 verursacht, über die Muttermilch vor.
Bei der verwandten Erkrankung SARS-CoV wurde ebenfalls kein Virus in der Muttermilch nachgewiesen aber in mindestens einem Fall konnten Antikörper gegen das Virus in der Muttermilch gefunden werden.